Der Gorilla

Steckbrief

Lat. Name: gorilla

Ordnung: Primaten

Familie: Hominidae

Gattung: Gorilla

Verbreitung: Zentral-Afrika, Republik, Kongo, Gabun, Demokratische Republik, Nigeria

Lebensraum: Auen- und Gebirgsregenwälder sowie Sekundärwälder in 1650-3800 Metern Höhe

Größe: Männchen 170-180 cm, Weibchen ca. 150 cm

Gewicht: Männchen 140-180 kg, Weibchen ca. 90 kg

Körperbau: starker, kräftiger Körperbau; längere Arme als Beine und kurze, breite Hände; 

kräftige Kaumuskeln um die tägliche Futtermenge zu bewältigen; mächtige Nackenmuskeln die den Kopf kegelförmig erscheinen lassen

Fell: schwarz (beim östlichem Gorilla) bzw. graubraun (beim westlichem Gorilla), alle Männchen haben silbrig weißen Sattel (beim östlichem G. nicht so weit ausgebreitet wie beim westlichem G.); westlicher G. hat auffällige rötlich gefärbte Stirn; Haare am Rücken kurz sonst lang, Haut von Geburt an glänzend schwarz

Nahrung: ernährt sich 100% pflanzlich (von Wurzeln, Sprossen, Blättern, Rinden und Früchten)

Fortpflanzung: 250-270 Tage Tragzeit; meist nur ein Junges pro Geburt (bei Zwillingen überlebt meist nur eins)

Lebensdauer: ca. 35 Jahre in der Wildnis (50 Jahre in Gefangenschaft)

Gefährdung: stark gefährdet (genaue Zahlen unbekannt) 

                                                                                

Allgemeines:

Gorillas sind die größten Menschenaffen. Gorillas waren ursprünglich über weite Gebiete ganz Afrikas verbreitet, kommen aber heute nur noch in den Wäldern im Westen Zentralafrikas und im Osten Mittelafrikas vor.

Körperbau:

Der männliche Gorilla kann eine Größe von bis zu zwei Metern und ein Gewicht von 200 Kilogramm erreichten. Die Weibchen erreichen nur die Hälfte dieses Gewichts und sind wesentlich kleiner. Die Haut beider Geschlechter ist schwarz gefärbt, das mittellange Fell ebenfalls. Im Alter ergrauen die Männchen (Silberrückenmännchen). Die Tiere haben eine kurze, unbehaarte Schnauze, eine flache, mit nach außen gestellten Nasenlöchern versehene Nase, sowie relativ kleine Ohren und Augen mit vorstehenden Augenbrauenwülsten.

Das Gehirn des Gorillas ist kleiner als das des Menschen, in seinem Körperbau ähnelt er jedoch dem Menschen sehr stark. Die Arme des Gorillas sind wesentlich länger, die Beine kürzer.  

Lebensweise:

Gorillas sind tagaktive Waldbewohner. Berggorillas sind in erster Linie Bodenbewohner, Flachlandgorillas klettern oft auf Bäume, auch die schweren Männchen erklimmen oft bis zu 20 m hohe Bäume, um nach Nahrung zu suchen. Auf dem Boden bewegen sich Gorillas auf allen Vieren im Knöchelgang, das heißt dass sie sich auf die mittleren Fingerglieder aufstützen. Zur Nachtruhe errichten sie sich Blätternester, jede Nacht wird ein neues erbaut. Berggorillas haben ihre Nester vorwiegend auf dem Boden, Flachlandgorillas in den Bäumen. Die durchschnittliche Gruppengröße umfasst 10 bis 15 Tiere, es wurden aber auch schon Gruppen von 2 bis 30 Tieren beobachtet. Das Zentrum der sozialen Gruppe bilden die Weibchen mit ihren Jungen. Allgemein lebt ein Gorillamännchen (selten auch zwei oder mehrere Männchen) mit ihnen. Die Weibchen wählen ein Männchen aufgrund von bestimmten Kriterien aus (z.B. Erfahrungen bei der Erschließung neuer Nahrungsressourcen und beim Erkennen von Gefahren). Sobald das Männchen diesen Ansprüchen nicht mehr gerecht wird, setzen die Weibchen ihn umgehend ab und tauschen ihn aus. Fraglich bleibt hier also auch, inwiefern der Führungsbegriff, der dem Männchen zugeschrieben wurde, seiner Rolle tatsächlich gerecht wird.

Das Gruppenverhalten ist flexibel, temporäre Aufspaltungen zur Nahrungssuche sind häufig. Im Gegensatz zu vielen anderen Primatenarten verlassen sowohl Weibchen als Männchen ihre Geburtsgruppe, um sich neu zusammenzuschließen. Die Gruppen sind generell langlebig, manchmal kommt es zu Kämpfen zwischen Männchen um die sogenannte "Führungsrolle" in einer Gruppe. Siegt ein neues Männchen, tötet es die gezeugten Kinder des unterlegenen. Der biologische Nutzen dieses Infantizids kann in der Tatsache gesehen werden, dass säugende Weibchen nicht schwanger werden, nach dem Tod des Jungtieres jedoch schnell wieder empfängnisbereit sind.

Fortpflanzung:

Weibchen werden mit ungefähr sieben Jahren geschlechtsreif, Männchen erst mit neun Jahren. Nach einer Pubertät von fünf Jahren gilt das Männchen als Erwachsen. Eine Paarung ist während des ganzen Jahres möglich. Der Fortpflanzungszyklus gleicht dem des Menschen. Die Tragezeit dauert neun Monate. Das Junge, das bei der Geburt um die zwei Kilo wiegt, ist bis auf die Kopfbehaarung beinahe nackt, die Haut ist noch rosig und die Augen fast blind. Nach zwei Monaten beginnt es herumzukriechen, nach weiteren sieben Monaten kann es aufrecht laufen und klettern. Es wird ein Jahr lang von der Mutter gesäugt. Gorillas können bis zu 30 Jahre alt werden.

Sozialverhalten:

Das Revierverhalten ist wenig entwickelt, mehrere Gruppen suchen an den gleichen Stellen nach Nahrung, vermeiden jedoch direkten Kontakt miteinander. Da ihre Nahrung vorwiegend aus Blättern besteht, sind ihre Streifzüge zur Nahrungssuche kurz. Das beruht zum einen im Überfluss an Blättern, zum anderen im geringen Nährwert ihrer Nahrung, der sie zu langen Ruhepausen zwingt. Gorillas kennen eine Reihe von Lauten, Schreie und Grunzen, die zur Lokation von Gruppenmitgliedern und fremden Gruppen sowie als Ausdruck der Aggression verwendet werden. Bekannt ist das Trommeln auf die Brust. Dieses Verhalten, von dem man früher dachte, es werde nur von älteren Männchen praktiziert, wird von allen Tieren ausgeübt. Vermutlich dient es der Standortangabe oder als Begrüßungsritual.

Gorillas sind mit einem Körpergewicht von ca. 100 kg für die Weibchen und bis zu 275 kg für die Männchen die schwersten Menschenaffen. Sie halten sich überwiegend am Boden auf und suchen dort nach Nahrung. Gorillas sind ausschließlich Vegetarier. Sie fressen krautige Pflanzen, Stängel, Schösslinge und Sprossen. Diese Nahrung ist sehr rohfaserreich, aber oft nährstoffarm. Gorillas müssen daher großen Mengen fressen und sind damit den ganzen Tag beschäftigt. Zwischendurch müssen sie aber längere Ruhephasen zur Verdauung einlegen.

Gorillas leben konfliktarm. Obwohl sie von der Kieferstärke und Körperkraft her in der Lage wären, anderen erhebliche Verletzungen zuzufügen, vermeiden sie kämpferische Auseinandersetzungen. 

Nahrung:  

Von allen Menschenaffen sind Gorillas die ausgeprägtesten Pflanzenfresser. Ihre Hauptnahrung sind Blätter, je nach Saison nehmen sie in unterschiedlichem Ausmaß auch Früchte zu sich. Ein erwachsenes Tier braucht durchschnittlich 25 kg Nahrung pro Tag. Als tierische Beikost nehmen sie höchstens Insekten zu sich, meistens unabsichtlich, wenn diese sich auf den von ihnen verzehrten Pflanzen befinden. Aufgrund ihrer Körpergröße müssen sie den größten Teil ihrer aktiven Perioden fressend verbringen.  

Bedrohung:  

Wie auch bei den anderen Menschenaffen sind die Motive der Ausrottung ähnlich. Durch den elegalen Holzeinschlag wird der Lebensraum der Gorillas deutlich kleiner. Außerdem bringen die Baumfäller Krankheiten mit in die Wildnis, wogegen die Menschen zwar geimpft sind jedoch die Affen nicht. So erleiden die Gorillas an "einfachen" Krankheiten und sterben so noch schneller aus. Außerdem wird deren Fleisch auch von der Bevölkerung verschiedener Menschen gegessen. In Zoos werden häufig Gorillas gehalten, allerdings nur Flachlandgorillas. Nach jahrzehntelangen Schwierigkeiten gelingt heutzutage auch in menschlicher Obhut die Fortpflanzung dieser Tiere. Trotz des erstaunlichen Ergebnisses, das die AWF vorlegte, können die letzten Berggorillas auch weiterhin nur dann überleben, wenn der Mensch sich bewusst für den Schutz und somit die Erhaltung der bedrohten Arten einsetzt.

 

Die Gorillas speziell die Berggorillas sind stark vom Aussterben betroht!

Helfen auch Sie mit und werden Sie Pate oder spenden Sie einfach. Nähere Informationen unter

www.wwf.de

 

Aber Sie können auch ganz einfach helfen, indem Sie kein Tropenholz bzw. keine Möbel oder ähnliches die aus Tropenholz bestehen kaufen .